DIGGA – Digitales Grundwissen, Grenzen erkennen und aktiv werden
Cyber-Mobbingprävention in der Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten
Digitale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und Online-Plattformen begleiten viele Schülerinnen und Schüler durch ihren gesamten Tagesablauf – sowohl privat als auch zunehmend im schulischen Kontext. Mit den zahlreichen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation gehen jedoch auch Herausforderungen einher. Ein besonders ernstes Problem stellt dabei Cybermobbing dar. Um die Auszubildenden der Berufsschule für Zahnmedizinische Fachangestellte für dieses Thema zu sensibilisieren, findet das Schulprojekt DIGGA – Digitale Grundwissen, Grenzen erkennen und aktiv werden an unserer Berufsschule statt.
Das Projekt findet im Rahmen eines Projekttages in allen zehn Klassen unserer Berufsschule statt und wird von einem Team aus aktuell drei Lehrkräften durchgeführt. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie auch zur kritischen Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Medienverhalten anzuregen.
Im ersten Teil des Projekttages beschäftigen sich die Auszubildenden mit ihrem persönlichen Medienkonsum. Gemeinsam wird reflektiert, welche digitalen Angebote im Alltag genutzt werden, wie viel Zeit in sozialen Netzwerken verbracht wird und welche Rolle Smartphones und Online-Kommunikation im täglichen Leben spielen. Viele Jugendliche stellen dabei erstmals bewusst fest, wie selbstverständlich digitale Medien geworden sind – und wie stark sie ihr Kommunikationsverhalten prägen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Cybermobbing. Anders als beim klassischen Mobbing endet die Belastung im digitalen Raum nicht mit dem Verlassen der Schule oder des Arbeitsplatzes. Beleidigende Nachrichten, Gerüchte oder kompromittierende Bilder können sich innerhalb kürzester Zeit verbreiten und Betroffene dauerhaft belasten. Im Rahmen des Projekts werden typische Formen von Cybermobbing vorgestellt, Fallbeispiele diskutiert und gemeinsam mögliche Handlungsstrategien entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Grenzen zu erkennen – sowohl für sich selbst als auch im Umgang mit anderen.
Besonders wichtig ist dabei die Frage der Zivilcourage: Wie kann man reagieren, wenn man Zeuge von digitaler Ausgrenzung oder Beleidigungen wird? Welche Möglichkeiten gibt es, Betroffene zu unterstützen? Und wo können sich Schülerinnen und Schüler Hilfe holen? Durch offene Gespräche und interaktive Aufgaben entsteht ein Raum, in dem Erfahrungen geteilt und Perspektiven ausgetauscht werden können.
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen ist gerade in der Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten von Bedeutung. Der zukünftige Berufsalltag erfordert ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Patientinnen und Patienten sowie im Team. Ein respektvoller Umgang – sowohl analog als auch digital – ist dafür eine wichtige Grundlage.
Das Projekt DIGGA versteht sich daher nicht nur als einmalige Präventionsmaßnahme, sondern als Impuls für einen bewussteren und verantwortungsvolleren Umgang mit digitalen Medien. Indem Schülerinnen und Schüler lernen, Risiken zu erkennen, Grenzen zu respektieren und aktiv gegen Mobbing einzutreten, wird ein wichtiger Beitrag zu einem wertschätzenden Schul- und Arbeitsklima geleistet.
Gerade in einer Zeit, in der digitale Kommunikation einen immer größeren Teil unseres Lebens einnimmt, ist Medienkompetenz eine zentrale Schlüsselqualifikation. Präventionsprojekte wie DIGGA leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – indem sie informieren, sensibilisieren und junge Menschen darin stärken, Verantwortung für ihr eigenes Handeln im digitalen Raum zu übernehmen.
Maria Zander (Teamleitung Projekt DIGGA)
